Ergebnisse 2024/2025

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DeBiMo in Zahlen

Anzahl Imkereien:                               116

Durchschnittlicher Honigertrag aller Völker (errechnet aus den Mittelwerten der Imkereien): 41,4 kg

Höchster angegebener Ertrag:    191 kg

Honigerträge

Die sonnigen, trockenen und außergewöhnlich warmen Bedingungen im Frühjahr 2025 führten insgesamt zu guten Honigerträgen und einer hohen Honigqualität, insbesondere im Nordwesten Deutschlands. Im Durchschnitt erzielten die teilnehmenden Monitoringimkereien im Jahr 2025 einen Honigertrag von 41,4 kg pro Volk. Die durchschnittlichen Honigerträge im Norden Deutschlands waren tendenziell höher als in den südlicheren Regionen.

Bei 229 Honigen wurde eine Sortenbestimmung durchgeführt. Der Anteil an Rapshonig lag mit 14,0 % deutlich unter dem Niveau der Vorjahre (ca. 20 %). Obwohl die Rapstracht im Frühjahr 2025 in weiten Teilen Deutschlands witterungsbedingt gute Erträge lieferte, führte die ausgeprägte Frühjahrstrockenheit im Nordosten zu geringeren Erträgen in dieser Trachtphase. Im Gegensatz zum Jahr 2024, in dem insbesondere im Sommer in Süddeutschland ein hohes Honigtauaufkommen verzeichnet wurde und große Mengen melizitosehaltigen Honigs geerntet wurden, war der Eintrag von Honigtau im Jahr 2025 nur gering.

Winterverluste der (jeweils 10) Monitoringvölker:

    Anzahl Völker im Herbst: 1.114

    Anzahl Völker im Frühjahr: 913

    Verlust:            18,0 %

Winterverluste aller Völker der Monitoring-Imkereien:

   Anzahl Völker im Herbst: 6.266

    Anzahl Völker im Frühjahr: 5.133

    Verlust:            18,1 %

Winterverluste

Die außergewöhnlich hohen Winterverluste im Winter 2002/2003, die auf 30 % geschätzt worden waren, waren die Initialzündung für die Etablierung des DeBiMo. Nachdem im Winter 2021/2022 die bisher höchsten Verluste von DeBiMo-Monitoringvölkern zu verzeichnen waren (18,3 %), sind die Verluste im Winter 2024/2025 mit durchschnittlich 18,0 % für Gesamtdeutschland vergleichbar hoch ausgefallen. Auch diesmal traten dabei regionale Unterschiede auf.

Die Auswertung aller gehaltenen Völker der DeBiMo-Imkereien, zeigte dass die Winterverluste 2024/2025 mit durchschnittlich 18,1 % ebenfalls merklich über dem langjährigen Mittel (12,6% ± 2,9) lagen. Die Anzahl der Imkereien, bei denen es keinerlei Verluste gab, ist mit 22,4% vergleichbar mit den Vorjahren.

Wichtig:

Im Jahr 2025 wurde erneut überprüft, ob die Ergebnisse der Winterverluste der DeBiMo-Völker repräsentativ für die jeweiligen Imkereibetriebe sind. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Verlustraten der Monitoring-Völker im Vergleich zu den Verlustraten aller Völker der DeBiMo-Imker statistisch nicht signifikant unterscheiden. Daraus lässt sich folgern, dass die DeBiMo-Völker keine “Sonderbehandlung” erhalten. Somit können die Ergebnisse der jeweils zehn untersuchten DeBiMo-Völker als repräsentativ für den gesamten Völkerbestand der jeweiligen Monitoring-Imkerei angesehen werden.

In dieser Abbildung ist der durchschnittliche Varroa-Befall in den Herbstproben 2024 dargestellt. In grün ist der durchschnittliche Varroa-Befall der überlebenden Völker (3,4 Milben pro 100 Bienen) und in blau der Varroa-Befall der gestorbenen Völker abgebildet (11,0 Milben pro 100 Bienen). Die Sternchen (***) zeigen an, dass zwischen den beiden Gruppen ein statistisch signifikanter Unterschied besteht (Mann-Whitney U-Test; p<0.001).

Varroa-Befall

Der Varroa-Befall der DeBiMo-Völker wird über eine Auswaschprobe von Honigbienen jeweils im Frühjahr, Sommer und Herbst erfasst.

Auch in diesem Jahr verzeichneten die überlebenden Bienenvölker einen deutlich geringeren durchschnittlichen Milbenbefall im Vergleich zu den Völkern, die den Winter nicht überlebt haben. Wenn man das Risiko für Verluste in Bezug auf den Varroa-Befall betrachtet, wird deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bienenvolk den Winter nicht übersteht, steigt, je mehr Milben in der Herbstprobe nachgewiesen wurden (Abb. rechts).

Hier sehen Sie die Anteile Nosema spp.-positiver Proben pro Jahr, die im Frühjahr, Sommer und Herbst von 2010 bis 2025 festgestellt wurden. Die Balken stellen alle positiv-getesteten Proben dar, unabhängig von einem niedrigen oder hohen Nosema spp.-Befall. Der Nosema-Befall im Herbst wird erst seit 2013 erfasst. Eine Saisonalität der Nosema-Infektionen, mit erhöhten Infektionsraten im Frühjahr und Sommer die im Jahresverlauf zum Herbst abnehmen, ist anhand der erhobenen Daten erkennbar.

Nosema spp.

Die Bienenproben aus dem Frühjahr, Sommer und Herbst werden auf die Anwesenheit von Sporen der Darmparasiten Nosema spp. untersucht. Hierbei werden 20 erwachsene Bienen pro Volk mikroskopisch betrachtet. Je nach Anzahl der gezählten Sporen wird der Befallsgrad mit 0 (keine Sporen), 1 (niedrig, 1-20 Sporen), 2 (mittel, 21-100 Sporen) und 3 (hoch, mehr als 100 Sporen) angegeben. Die molekulare Artsdifferenzierung der Nosema-positiven Proben ergab, dass positive Befunde in ca. 98 % der Fälle durch Infektionen mit Nosema ceranae verursacht wurden. Infektionen mit N. apis sind inzwischen sehr selten geworden und machten im Herbst 2025 nur 0,8 % der Infektionen aus.

Eine vorangegangene Auswertung der DeBiMo-Daten von 2005 bis 2020 in Nordost-Deutschland zeigte, dass N. ceranae zu einer statistisch signifikanten, aber biologisch irrelevanten Erhöhung der Wintersterblichkeit führt, da auch unter Berücksichtigung der Nosema spp.-Infektionen die Varroa-Milbe die Hauptursache für Winterverluste bleibt (Schüler et al. 2023).

Positive Proben 2025

Im Frühjahr: 31,2 % (von 1.097 Völkern)

Im Sommer: 22,9 % (von 1.159 Völkern)

Im Herbst: 15,8 % (von 1.168 Völkern)

Grafische Darstellung der DWV-Prävalenz (Balken) und des mittleren Varroa-Befalls (blaue Linie) der Bienenproben aus dem Herbst (2009-2024).

Betrachtet man den Untersuchungszeitraum von 2009 (Start der durchgehenden Virenanalyse) bis 2024 zeigen die DeBiMo-Daten einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Varroamilbe als Virusvektor und der Häufigkeit von DWV (Spearman ρ = 0,797; P = 0,0002). Dies bedeutet, dass Jahre mit einem höheren durchschnittlichen Varroabefall in der Regel auch mit einer höheren Prävalenz des Flügeldeformationsvirus (DWV) einhergehen.

Prävalenz (Häufigkeit) der vier untersuchten Bienenviren in den Herbstbienen von 2009 bis 2024.

Bienenviren

Die Auswirkungen von Virusinfektionen auf Honigbienen unterscheiden sich von Virus zu Virus. Infektionen verlaufen häufig symptomlos Sollten jedoch Symptome auftreten, können diese von leichten Leistungseinschränkungen über Missbildungen und/oder Lähmungen bis zum Tod reichen.

Im Rahmen des DeBiMo werden in jedem Jahr im Oktober (Herbstprobe) von jedem Monitoringvolk Bienenproben genommen. Von den zehn Proben je Standort werden fünf zufällig ausgewählt und auf die Bienenviren ABPV, DWV, SBV sowie CBPV untersucht.

Die Daten zu Virusinfektionen, Volksstärke und Winterverlusten, die im Rahmen des DeBiMo erhoben werden, ermöglichen es, den Zusammenhang zwischen Winterverlustraten und Virusprävalenz zu analysieren. Infektionen mit ABPV und DWV, die gemeinsam mit einem hohen Varroa-Befall auftreten, bedrohen das Überleben der Völker über den Winter. Die anderen untersuchten Viren (SBV, CBPV) können zwar zum Tod einzelner Bienen führen, sind aber für erhöhte Winterverluste bisher nicht als relevant einzustufen.

Bienenviren-Prävalenzen (Herbstproben 2024)

Untersuchte Völker:                          641

ABPV (Akute Bienenparalyse Virus):     2,8 %

DWV (Flügeldeformationsvirus):      30,4 %

SBV (Sackbrutvirus):                  2,5 %

CPBV (Chronische Bienenparalyse Virus):      9,4 %

Basierend auf den regionalen Daten ergibt sich für ganz Deutschland, dass Infektionen mit DWV mit einer Gesamtprävalenz von 30,4 % am häufigsten in den Herbstproben 2024 nachgewiesen wurden. CBPV-Infektionen wurden in 9,4 % der untersuchten Völker detektiert. Die CBPV-Prävalenz ist somit seit 2019 nicht mehr unter 5 % gefallen.

Weitere Bienenpathogene

Weder die Tracheenmilbe (Acarapis woodi) noch die Malpighamöbe (Malpighamoeba mellificae; Auslöser der Amöbenruhr) spielten für die Bienengesundheit in den letzten 20 Jahren eine tragende Rolle. Trotz vereinzelter regionaler Vorkommen, bleibt der Befall mit Malpighamoeba mellificae im gesamten Bundesgebiet eine Ausnahme und wurde über das gesamte Jahr 2025 in weniger als 1 % der Bienenproben nachgewiesen. 

Es wurden 238 Futterkranzproben auf den Erreger der Amerikanischen Faulbrut (Paenibacillus larvae) untersucht. 1 Futterkranzprobe wurde zunächst positiv auf P. larvae getestet. Die Nachbeprobung dieses Volkes war aber im Anschluss negativ.

Die Tropilaelaps-Milbe die von Osten kommend ihr Verbreitungsgebiet in Europa erweitert, sowie der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) wurden in keinem der DeBiMo-Völker nachgewiesen.

Kleiner Beutenkäfer

Kleiner Beutenkäfer (Aethina tumida)

Bienenbrotproben untersucht: 201

Untersuchte Wirkstoffe: 470

Detektierte Wirkstoffe: 87

(59 dieser Wirkstoffe lagen über der Bestimmungsgrenze, d.h. ein konkreter Messwert konnte ermittelt werden)

Häufigste vertretene Wirkstoffklasse: Fungizide

Rückstände in den Bienenbrotproben

Im Jahr 2025 wurden 201 Bienenbrotproben auf insgesamt 470 verschiedene Wirkstoffe getestet. Pflanzenschutzmittelrückstände konnten in 189 der 201 (94,0 %) untersuchten Proben nachgewiesen werden (zum Vergleich: 2024 = 93,2 %; 2023 = 93,7 %; 2022 = 91 %), wobei in 155 Proben (77,1 %) mindestens ein Wirkstoff oberhalb der Bestimmungsgrenze detektiert wurde.

Das Risiko, das für Honigbienen von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen ausgeht, lässt sich nicht allein aufgrund der Häufigkeit, mit der ein bestimmter Wirkstoff vorkommt, beurteilen. Auch die Menge des Wirkstoffs und seine Toxizität spielen eine Rolle. Die Rückstände in den Bienenbrotproben lagen 2025 alle unterhalb einer akut toxischen Wirkung.  Der Gefährdungsquotient, ab dem subletale Auswirkungen sichtbar würden, wurde in keiner Probe überschritten (subletal: Menge, die nicht direkt tödlich ist, jedoch über Steigerung der Stoffmenge eine schädigende Wirkung entfaltet).

Negative Auswirkungen durch den Verzehr des Pollens durch die Bienen sind nach derzeitigem Kenntnisstand daher nicht zu erwarten. Der potentielle negative Effekt von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen für die Winterverluste bleibt demnach hinter denen der Auswirkungen der Varroa-Milbe und assoziierten Virusinfektionen zurück.

Varroazide wurden nur selten im Bienenbrot gefunden. In vier Proben wurde Amitraz-Formamid nachgewiesen, ein Metabolit des in Deutschland zur Varroa-Behandlung zugelassenen Wirkstoffes Amitraz. Coumaphos wurde in 14 Proben detektiert. Diese Befunde lassen darauf schließen, dass synthetische Varroazide in der Imkerschaft keine weite Verbreitung haben. Die meisten Monitoring-Imkereien scheinen dem von den Bieneninstituten empfohlenen Behandlungskonzept mit organischen Säuren zu folgen.

Hilfreiche Links und Quelle

Benötigen Sie Hilfestellungen bei der Varroabehandlung, hier finden Sie weiterführende Links:

Varroose-Bekämpfungskonzept Baden-Württemberg > Link

Varroa (Varroose) Bayern >Link

Allgemeine Informationen und Arbeitsblätter erstellt von dem Bieneninstitut Kirchhain > Link

Alle beteiligte Bieneninstitute und deren Internetseiten finden Sie hier.

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